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Filippo Ruge (ca. 1725 - nach 1767)

.... ein noch zu entdeckender Komponist...

Filippo Ruges Herkunft ist ungewiß. Der Nachname läßt eine deutsche abstammung vermuten, die aber nicht belegt ist.Auch der Namenszusatz Ruge Romano, der teilweise in den Drucken seiner Werke erscheint, weist möglicherweise darauf hin, dass Ruge von Geburt römischer Herkunft ist und seinen ersten Lebensabschnitt dort verbrachte.

Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, wohl dürfte er aber in Rom als Flötist nicht unbekannt gewesen sein, was durch die Mitgliedschaft  in der Congregazione Santa Cecilia seit 1744 belegt ist.

1751-1754 werden erstmalig fünf Sammlungen für Kammermusik von ihm bei Walsh in London veröffentlicht. Möglicherweise hielt sich Ruge während dieser Zeit in London auf, bis er sich mit seiner Frau 1753 in Paris niederließ.

1755 erschienen Ruges erste französische Werke und 1756 folgte sein größeres Instrumentalwerk Sei sinfonie a quattro con corni ad lib.

Nach 1761 ist Ruge nicht mehr wohnhaft in Paris, möglicherweise stand er zwischen 1756 und 1767 im Dienst eines Marquis und wohnte auf dessen Schloß. Ruges letztes bekannte Werke wurde 1767 gedruckt - danach verschwinden seine Spuren.

Sein Werk Duetto Notturno (ETF 2026) - soeben erstmals für 2 Altblockflöten bearbeitet ist zeitlich nicht genau einzuordnen. Es ist ein anspruchsvolles und umfangreiches Duett mit den Sätzen Adagio staccato - Spirituoso - Andante - Spirituoso assai - Minuet.

Notturno ist der allgemeine Name solcher Tonstücke, die bestimmt sind, bey Nachtzeit, es sey nun im Freien oder in einem Zimmer, ausgeführt zu werden. (Koch, Musikalisches Lexikon 1802)

Ebenfalls in der Edition Tre Fontane sind im letzten Jahr die Capricci (ETF 2022), bearbeitet für Altblockflöte solo, erschienen. Sie nehmen eine Sonderstellung in Ruges Schaffen un in der Flötenliteratur ein. Vermutlich in seiner römischen Zeit entstanden, gehören sie zu den Anfängen der Sammlungen von Capricen, Solfeggien u.a. unterhaltenden Übungsstücken und sind besonders an die Liebhaber der (Block-)Flötenliteratur gerichtet. Die 17 Capricen sind vielfältig einsatzbar; als kurze konzertante Stücke wie auch im Unterricht.

Edition Tre Fontane Eckenerstr. 12/PF 1547/48147 Münster

www.edition-tre-fontane.de

service@edition-tre-fontane.de

 

 

25.04.2005
 
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